HIV/AIDS: Die Facts

Sich davor zu schützen zahlt sich aus!

HIV und AIDS. Ein Überblick über eine Krankheit, die nach und nach das Abwehrsystem des Körpers zerstört und für die es keine Heilung und keinen Impfstoff gibt. Sich davor zu schützen zahlt sich also aus!


HIV – Bitte was ist das?

HIV-positiv oder HIV-infiziert zu sein bedeutet, dass man sich mit dem HI-Virus angesteckt hat, also das tödliche Virus in sich trägt (und übertragen kann). Man merkt oft mehrere Jahre nichts von der Infektion, sieht völlig gesund aus und hat auch keine Beschwerden.

Das Virus ist in dieser Zeit aber sehr aktiv. Still und leise vermehrt es sich im Körper und befällt immer mehr Zellen der Immunabwehr, was die Abwehrkräfte mehr und mehr schwächt. Schließlich kann der Körper Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr effektiv bekämpfen. Man wird empfänglicher für Infektionen, mit denen der Körper normalerweise problemlos fertig werden würde.

HIV = Human Immunodeficiency Virus (englisch für „Menschliches Immunschwäche Virus“)


Gut – und was ist dann AIDS?

Von AIDS spricht man erst in einem späteren Stadium. Nämlich dann, wenn sich der Körper gegen Krankheitserreger nicht mehr wehren kann und Krankheitssymptome auftreten.

AIDS = Acquired Immune Deficiency Syndrome (engl. für erworbenes Immundefektsyndrom)


Krankheitssymptome? Erzähl mehr!

Wenn sich ein Mensch mit HIV infiziert, bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Virus. Dieser Vorgang dauert fünf bis zwölf Wochen, dann sind die HIV-Antikörper durch einen Bluttest nachweisbar und man kann genau sagen, ob es ein HIV-positives oder ein HIV-negatives Ergebnis ist.

Wichtig! Man hat keine Beschwerden, kann das Virus aber trotzdem weitergeben.

Was ist ein Immunsystem? Das Immunsystem - das sind die weißen Blutkörperchen in deiner Blutbahn - hat die Aufgabe Erreger, die von außen in deinen Körper gelangen, zu bekämpfen. Im Fall von HIV ist das nicht so leicht, weil HIV seine Oberfläche verändern kann und außerdem fähig ist, sich in Zellen des Immunsystems zu verstecken und diese auch noch zur Produktion neuer HI-Viren zu benutzen. So richtig fies halt.

Die körperlichen Symptome und der Verlauf der HIV-Infektion sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Zeitpunkt von der Infektion bis zum Auftreten der ersten körperlichen Beschwerden wird als Inkubationszeit bezeichnet und dauert im Durchschnitt 10 Jahre. In dieser Zeit fühlt man sich gesund und hat in etwa das gleiche Erkrankungsrisiko für sonstige Infektionen wie nicht infizierte Menschen.

Erste Symptome: Wenn die Anzahl der Viren im Blut massiv zu steigen beginnt, treten erste Symptome auf, wie z.B.: Anschwellen der Lymphknoten, Nachtschweiß, Durchfall, Fieber, trockener Husten und Atemnot, Gewichtsverlust, permanente Müdigkeit

Schwere Krankheiten und Vollbild AIDS: Am Ende wird es richtig heftig: Lungenentzündung, schwere neurologische Erkrankungen (betreffen Gehirn und Nervensystem), Infektionen durch Pilze, Bakterien, Viren und Einzeller oder auch bestimmte Krebsarten (z.B. das „Kaposi-Sarkom“, das Haut und Schleimhäute befällt). Diese Erkrankungen sind schwer und lebensbedrohlich.


Gut, aber das betrifft mich alles nicht, oder?

Schlechte Nachricht: AIDS betrifft uns alle! Warum? Weil es eine Krankheit ist, die über verschiedene Wege übertragen werden kann. Und die häufigste Übertragungsweise ist ungeschützter Sex. Die schönste Sache der Welt kann leider bittere Folgen haben.

Das HI-Virus wird durch Austausch von Körperflüssigkeiten, die genügend HI-Viren enthalten, übertragen.

HÄ?! Was für Körperflüssigkeiten? Blut (auch Regelblut), Sperma oder Scheidenflüssigkeit gehören zu den Körperflüssigkeiten, über die HIV übertragen werden kann, wenn sie in die Blutbahn eines anderen Menschen gelangen. Auch Oralverkehr kann somit ein Risiko sein. Denn hier können Regelblut oder Sperma durch die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Aufgepasst: Speichel, Schweiß, Urin oder Tränenflüssigkeit enthalten für eine Infektion zu wenig Viren!

Solltest du dich nun fragen, ob man sich gegen HIV oder AIDS impfen lassen kann, die Antwort lautet NEIN! Nur ein Kondom schützt dich vor einer Ansteckung. Da hilft es auch nichts, wenn man mit der Pille verhütet, denn die dient nur zum Schutz vor einer Schwangerschaft. Das Kondom ist die einzige Möglichkeit, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft und unterschiedlichsten Erkrankungen gleichzeitig zu schützen!

Wichtig! AIDS hat nichts mit sexueller Orientierung zu tun! Egal ob hetero-, homo-, oder bisexuell – AIDS betrifft uns alle!


Doch neben Sex gibt es auch noch andere Arten, wie du dich mit dem HI-Virus infizieren kannst:

  • Unter Drogenkonsumenten kommt es vor, dass eine Spritze zweimal benutzt wird. So können infektiöse Blutreste einer Person von der Spritze und der Nadel in die Blutbahn des zweiten Benutzers gelangen. Das HI-Virus kann unter Luftabschluss im Hohlraum der Nadel und der Spritze mehrere Tage überleben.
  • Blutkonserven: Keine Angst! In unseren Breiten ist die Übertragung mittels Blutkonserven nahezu ausgeschlossen.
  • Erste Hilfe: Wenn du erste Hilfe leistest, solltest du versuchen den direkten Kontakt mit Blut zu vermeiden und wenn möglich Handschuhe verwenden. Wichtig: Sofort Blut und andere Körperflüssigkeit entfernen/abwaschen!
  • Von der Mutter auf das Kind: Eine HIV-positive Frau kann während der Schwangerschaft, der Geburt und über die Muttermilch das Virus auf das Baby übertragen. Mittlerweile konnte in den Industrieländern das Ansteckungsrisiko von der Mutter auf das Baby von ca. 30% auf unter 2% gesenkt werden. Wichtig dafür ist: die medikamentöse Therapie der Mutter, der Kaiserschnitt als Geburtsverfahren, künstliche Babynahrung sowie die Therapie des Babys nach der Geburt. Vorausgesetzt, die Frau weiß, dass sie das Virus in sich trägt. Deshalb sollte man in der Schwangerschaft unbedingt einen HIV-Test verlangen!
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Kann man AIDS heilen?

Nein! AIDS ist eine Krankheit, für die es keine Heilungschancen gibt. Sind die Viren einmal im Körper, können sie nie wieder vollständig entfernt werden.

Vor 20 Jahren war die Diagnose HIV noch ein Todesurteil. Heute gibt es gute Medikamente, die das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern. Ziel der Behandlung ist es, die Ausbreitung der Viren einzudämmen und die Zahl der Abwehrzellen möglichst lang hoch zu halten bzw. die Viren am Eindringen in die gesunden Zellen zu hindern. Eine gut behandelte HIV-Infektion sollte keine körperlichen Beschwerden mit sich bringen.

Doch HIV/AIDS ist tückisch! Immer wieder verändern sich die HI-Viren und entwickeln Resistenzen.

HÄ?! Was sind denn Resistenzen? Das Wort Resistenz kommt aus dem Lateinischen und heißt Widerstand. Am Beispiel HIV bedeutet das, dass das HI-Virus gegenüber bestimmten Wirkstoffen unempfindlich geworden ist. Die Vermehrung der Viren kann durch diese Medikamente nicht mehr aufgehalten werden.

Um die Bildung solcher Resistenzen möglichst zu verhindern, werden Patientinnen und Patienten mit einer Kombination von drei (oder sogar mehr) verschiedenen Medikamenten behandelt. Achtung: Wenn Medikamente falsch oder unregelmäßig eingenommen werden, können Viren resistent werden.


Kann man mit der Krankheit leben?

Die gute medizinische Versorgung hat erreicht, dass man trotz Infektion eine annähernd normale Lebenserwartung hat. Man kann auch eine Partnerschaft haben und sogar Kinder bekommen. Mit AIDS zu leben ist dennoch eine Herausforderung, da man in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt ist. Zu den körperlichen Problemen, die die Krankheit mit sich bringen kann, kommen psychische hinzu, die das Leben zusätzlich erschweren. Die Angst vor Zurückweisung und davor, Beruf und Freunde zu verlieren ist für viele täglicher Begleiter. Die meisten verstecken ihre HIV-Infektion aus Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung, ziehen sich aus ihrem Freundeskreis immer weiter zurück und distanzieren sich von der Familie. Deshalb verzichten viele ganz auf eine Partnerschaft und auf Sex und gerade junge Menschen verlieren Perspektiven, Träume, Ziele.

Sich zu schützen zahlt sich also aus!!!

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